Wenn ich an den Sommer und die Ferien denke, dann kommen mir die weißen und bunten Segel der Boote in den Sinn, die wir auf unseren Badeseen beobachten können. Nahezu lautlos gleiten die Boote dahin; sie alle ziehen, vom selben Wind getrieben, auf verschiedenen Bahnen dahin, fahren in unterschiedliche Richtungen, kreuzen ihre Wege. Diese Boote lassen sich nicht einfach im Wind treiben, sie sind lenkbar auf den Wegen ihrer Besitzer.
Segeln – ist das nicht ein Gleichnis unseres Lebens?
Gelegentlich verspüren wir Rückenwind bei unseren Vorhaben, oft bläst uns aber der Wind ins Gesicht, gelegentlich geraten wir in stürmische Zeiten, die uns aus der Bahn zu werfen drohen. Und die antriebslosen Zeiten, die Flauten unseres Daseins, kennen wir ebenso. Wir sind unterwegs wie auf Segelbooten, gelegentlich auch mit etwas zu wenig Tiefgang, manchmal drohen wir auch zu kentern an den Schwierigkeiten, um die wir kaum herumkommen.
Wir brauchen keine Segler zu sein und haben es in unserem Leben doch mit ähnlichen Aufgaben zu tun: Wir müssen wissen, woher der Wind weht. Wir müssen sensibel sein für das Nützen der Möglichkeiten um uns, ja in uns. Wir sollten die Herausforderung annehmen, die sich aus unseren persönlichen Interessen, Begabungen und Antrieben ergibt. Nützen wir, was wir an Strömungen und Kräften um uns und in uns vorfinden. Wir sind dazu begabt, und Begabungen gehören entfaltet wie die Segel der Boote auf unseren Seen.
Noch etwas können wir bedenken: Man kann sich nicht aussuchen, woher der Wind weht. Aber man kann als guter Segler auch gegen den Wind kreuzen. Auch wenn wir bei unseren täglichen Anstrengungen Widerstände spüren, ist der richtige Weg möglich. Ich wünsche Ihnen Ausdauer und Zielstrebigkeit.