Vor einiger Zeit habe ich in einer kleinen Kapelle die Messe gefeiert. Beim Einzug ist mir ein Christusbild aufgefallen, das provisorisch aufgestellt an einer Flasche lehnte und dadurch für die ganze feiernde Gemeinde sichtbar war. Der Eindruck reizte mich zu einigen etwas forsch formulierten Gedanken im Blick auf das Bild und seine Befestigung: Christus macht sich sogar mit der Hilfe von Flaschen sichtbar und erfahrbar. Auch wenn die Flaschen im Hintergrund bleiben und in ihrem Wesen Christus nicht nachzeichnen, so können sie doch dem Bild Christi in ihrer Umgebung Halt und Sichtbarkeit verleihen. Ist das nicht auch die Rolle der Christen? Bei aller Unzulänglichkeit unserer Bemühungen, unser Kraft und unserer Entscheidungen sind wir als zerbrechliche Gefäße in den Dienst der Sichtbarkeit Christi genommen. Ein tröstlicher Gedanke für kirchliche Würdenträger und einfache Christen ist das schon, denke ich, und doch sind wir damit längst nicht aus aller Anstrengung unseres Lebens entlassen.