Wer eine Zwiebel schält, kommt niemals an einen Kern. Eine Schicht legt sich über die andere, hüllt sie ein, verbirgt alles, was darunterliegt. Wer eine Zwiebel schält, kommt an kein Ende: Schicht um Schicht kann entfernt werden, und schließlich stellt man fest: Man findet nichts Neues, das Zentrum und die äußerste Lage ist aus demselben Material.
Der Mensch ist zwar keine Zwiebel, wohl aber eine vielschichte Persönlichkeit. Man kann ihm die eine oder andere Maske abnehmen und man darf die Vermutung haben, dass man bei diesem Unterfangen irgendwann einmal auf einen Persönlichkeitskern stößt. Wann zeigt der Mensch sein wahres Gesicht? Oder besteht er nur aus den Rollen, die er spielt? Sind Menschen nach der Bauart einer Zwiebel konstruiert?
An wichtigen Punkten unseres Lebens werden wir auf diese Fragen hingeführt: Wer sind wir wirklich? Sind wir nur Schauspieler? Haben wir nur Rollen und Masken, die uns ein oder mehrere Gesichter verleihen - und wer sind wir, wenn wir keine Rolle spielen?
Christen haben eine hoffnungsvolle Antwort auf solche Fragen: Man kann sich sein Ansehen nicht selber geben, sagen sie. Wir haben unseren Wert nicht aus uns selbst, sondern weil wir durch Gott angesehen sind. Wir bestehen nicht nur aus den Rollen, die wir spielen, sondern wir bestehen, weil Gott eine Rolle für uns spielt.