Stellen Sie sich vor, jemand habe sich gegen seine starken Kopfschmerzen ein hochwirksames Medikament verschreiben lassen. Er geht zur Apotheke, kauft, was ihm der Arzt verschrieben hat, geht nach Hause, öffnet die erstandene Packung und schluckt – den Beipacktext. Die Tabletten lässt er achtlos liegen. Dieses Verhalten wird nicht zum gewünschten Heilungserfolg führen.
Unsere Gottesdienste sind mit vielen Beipacktexten ausgestattet. Man erklärt, kommentiert, leitet über, führt durch die Feier, liest besinnliche Texte und Gedichte. Aber vergisst man über den vielen vermeintlichen Notwendigkeiten des Wortemachens nicht manchmal auf die heilende Nähe dessen, der von sich sagt, dass er unter uns ist, wenn wir uns in seinem Namen versammeln?