Ist es gut, nichts zu tun, um nichts falsch zu machen? Dann wäre die Höchstform allen Handelns das Nichtstun. Man kann keinen Schritt im Leben auf alle Konsequenzen überprüfen, man kann die Wirkung eines Wortes, hat man es einmal in die Welt entlassen, nicht absehen. Man weiß nicht, ob der berührte Strohhalm nicht ein Erdbeben auslöst. Die Welt ist zu komplex für unsere Berechnungen. Ein redlich überlegender und auf die Zusammenhänge blickender Mensch müsste zum Zauderer werden.
Aber es gelingt nicht, die Entscheidungen zu verweigern. Denn wer sich nicht entscheidet, hat auch schon eine Entscheidung getroffen. Man entkommt der Tatsache nicht: Die Freiheit ist dem Menschen unwiderruflich aufgegeben. Sie kann ihm zur Last werden. Aber man kann mit dieser Freiheit auch leben und sie dankbar annehmen.
Wir sind freie Menschen, aber noch mehr: wir sind freie Geschöpfe. Und weil wir und auch die Welt, die wir gestalten, in der Hand unseres Schöpfers sind, können wir handeln und unsere eigene Freiheit verantwortet einsetzen.