Sören Kierkegaard hat die Christenheit einmal mit einer Gänseschar verglichen. Bei diesen "christlichen" Gänsen wird an jedem siebten Tag eine Parade abgehalten. Der beredtsame Gänserich steigt auf das Gatter und schnattert über das Wunder der Gänse. Er erzählt von den Taten der Vorfahren, die einst zu fliegen wagten und lobt die Barmherzigkeit des Schöpfers, der den Gänsen Flügel und den Instinkt zum Fliegen gab. Die Gänse sind tief gerührt, senken die Köpfe und loben den Gänserich. Aber das ist auch alles. Eines tun sie nicht - sie fliegen nicht. sie gehen zum Mittagsmahl. Sie fliegen nicht, denn das Korn ist gut und der Hof ist sicher.
Wenn sie irgendwelche Ähnlichkeiten feststellen zu unserer Situation, dann sind die durchaus beabsichtigt. Zurückzublicken auf die Großtaten Gottes mit den Gänsen, pardon - den Menschen, das mag auch uns in Staunen und Rührung versetzen, aber überlegen wir uns eigentlich, daß uns durch jenes Wirken Gottes Möglichkeiten gegeben sind? Wir können nicht fliegen - zumindest ist das Ankommen auf der Erde viel zu schmerzhaft. Aber wir haben doch Möglichkeiten, uns über die Details unseres Alltags zu erheben, neue Perspektiven festzustellen, in einem visionären Blick auf all das vordergründig Bedrängende Gestaltungsmöglichkeiten zu finden - aus jener Hoffnung heraus, die aus dem Leben Jesu Christi kommt. Wissen wir das oder sind wir wie die Gänse im Hof?