Vor einigen Wochen bin ich in einem Park gesessen und habe gelesen. Die Wiese vor mir wurde von einer Mutter und ihrer kleinen Tochter zum Spielen genützt. Die Mutter entfernte sich ein paar Schritte von ihrem Kind und forderte es auf zu kommen. Das Kind, das offensichtlich noch nicht laufen konnte, erhob sich mühsam und knickte auf seinen schwachen Beinen wieder ein. Mehrmals wiederholte sich die Szene, immer wieder rief die Mutter aus kurzem Abstand ihr Kind und forderte es zum Kommen auf. Und schließlich gelang dem Kind, wozu es aufgefordert wurde: Mit wackligen Beinen lief es in die offenen Arme der Mutter.
In die offenen Arme eines liebenden Gegenüber zu laufen - das ist, denke ich, die einzig sinnvolle Art, sich fortbewegen zu lernen. Wir wissen als Christen darum, dass wir empfangen werden, gut ankommen in den Armen eines Gottes, der uns mag, unabhängig davon, wieviel wir stolpern und wie oft wir hinfallen. Wir dürfen uns das Hinfallen leisten. Wir dürfen Fehler machen. Wir dürfen unsere Schwächen akzeptieren und müssen sie nicht verdrängen. Wir dürfen aber auch wissen, dass uns jemand ruft und mag.