Stellen Sie sich vor, eine Fee würde bei Ihnen erscheinen und Ihnen sagen: Du hast Wünsche frei, nicht drei, nicht fünf, nicht hundert, sondern beliebig viele! Stellen Sie sich vor, sie begännen mit dem Einlösen der ungewöhnlichen Zusage: Aller Komfort, aller Reichtum, Gesundheit, würde sich bei Ihnen einstellen.
Und dann? Wären Sie dann zufrieden? Ich glaube nicht. Denn das wissen wir ja auch aus unserem eigenen Alltag, in dem die Feen so selten sind: Kaum haben wir etwas lange Ersehntes erreicht, so wird es langweilig. Das einzige, was in unserem Leben nie versiegt, ist die Sehnsucht nach mehr, nach anderem, nach größerem. Sind wir jemals zufriedenzustellen? Es gibt kein Ende unseres Verlangens.
Wir sind die immer unerfüllten Wesen, und das ist gut so. Das ist nämlich unser Zugang zu dem Wissen, daß unsere wirkliche Erfüllung noch aussteht, und daß es eine Erfüllung ist, die wir uns nicht selber geben können. Unsere unstillbare Sehnsucht kann gelesen werden als ein Hinweis auf Gott. Er ist die Antwort auf unsere Unerfülltheit und Sehnsucht. Kein noch so großer selbstgeschaffener Reichtum, kein anderes Geschenk kann diese Antwort aufwiegen.