Alois Brandstetter schreibt in seinem Buch „Die Abtei“ auf recht witzige und doch ernst gemeinte Weise: "Die Ungläubigen schließen glatt von einem betrunkenen Pförtner in einem österreichischen Kloster auf den Papst in Rom, oder sie schließen überhaupt gleich auf die Existenz oder Nichtexistenz Gottes. Wenn sie sehen, daß sich in der Pförtnerloge nichts rührt, sagen sie, Gott ist tot." –
Ich denke, die Christen müßten sich alle in der Rolle der Pförtner, die Einlass gewähren oder Einlass verwehren, wiederfinden. Wenn andere skeptisch, aber gelegentlich doch mit Erwartungen, auf die Kirche schauen, dann sehen auch sie zuerst die ganz konkreten Personen. Sie alle, jeder einzelne mit Namen bekannte Christ, wird beurteilt. Schlechte Erfahrungen versperren den Zugang zum Glauben. Erfahrungen mit der Güte, der Hilfsbereitschaft, der Liebenswürdigkeit von Christen machen den Zugang zum Glauben, zur Gemeinschaft der Glaubenden, zur Kirche möglich. Wir sind, ob wir das wahrhaben wollen oder nicht, Pförtner der Kirche.
Dabei müssen Christen nicht perfekt sein. Sie vertrauen darauf, daß bei allem eigenen Bemühen es doch Gott ist, der führt und trägt.
Ich wünsche Ihnen, daß es ihnen gelingt, ein guter Pförtner des Zugangs zum Glauben zu sein und anderen mit ihrem Beispiel den Glauben zu ermöglichen.