Vielleicht gehören Sie auch zu den Fußballfans. Viele jubeln beim Sieg ihrer Mannschaft oder teilen die Enttäuschung der Verlierer. Ich denke, was sich bei so einem Spiel auf dem Rasen ereignet, ist auch ein Bild unseres Lebens. Verschiedene Interessen werden gegeneinander ins Treffen geführt, immer gibt es Sieger und Besiegte, aber wenn die Spielregeln eingehalten wurden, verläßt niemand als Verletzter das Feld. Wie gesagt: Wenn die Spielregeln eingehalten wurden.
Der Friede zwischen den Mannschaften wird nicht dadurch gewahrt, daß alle Spieler in der Garderobe bleiben. Der Friede ist das Ergebnis des Zusammenspiels nach Spielregeln. Friede heißt, mit der Verschiedenartigkeit der Interessen richtig umgehen zu können.
Gleich ob Fußballspieler oder nicht – den Frieden brauchen wir alle. Es ist ein Friede, der die Verschiedenheit aushalten muß: Verschiedene Interessen, verschiedene Lebensweisen, verschiedene Auffassungen vom Sinn des Lebens. Pfingsten ist noch nicht so lange her, und bei diesem großen Fest der Christen wird unter anderem gefeiert, daß die Einheit in der Verschiedenheit möglich ist. Verständigung ist über Grenzen der Sprache, über Grenzen von Ländern und Lebensweisen hinweg möglich, nicht dadurch, daß wir alle gleichgehobelt werden, sondern durch einen Einheit und Frieden stiftenden Heiligen Geist, den wir alle erhoffen und erbitten sollten.